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vier Personen im Freien in extrovertierten Haltungen. Die Tätigkeit erschließt sich nicht, aber sie scheint mit Leidenschaft ausgeführt zu werden.
Eine Session bei der edunautika 2025 in der Max Brauer Schule | CC BY 4.0 by Tanja Jorns

Worum geht es bei der #edunautika?

Wenn man die Ankündigung von #edunautika-Veranstaltungen liest, kann man bemerken: Der thematische Fokus ist nicht scharf. Häufig ist von „zeitgemäßer Pädagogik“, vom „digitalen Wandel“ und von „Reformschulen“ die Rede. Schaut man in einen Sessionplan wie z.B. aus 2024, 2025 oder auch 2018, so findet man in den Themen der Sessions ein sehr breites Themenspektrum. Die #edunautika bietet ein thematisches Band, das verschiedene Akteure und Themen miteinander verbindet und gleichzeitig Raum für unterschiedliche Interpretationen und Ausgestaltungen der Inhalte bietet. Diese Vielfalt kann in der Gesamtschau herausfordernd wirken, wenn sich zum Beispiel Newbies (= Personen, die das erste Mal an einem Barcamp teilnehmen) fragen: „Welches Thema genau wird bei der #edunautika? Passt mein Interesse dazu?“

Inhaltliche Auswertung aller #edunautika-Sessiontitel 2018 bis 2025

In 2025 haben Ira Fabri und Jöran Muuß-Merholz alle 452 Sessions der #edunautika-Veranstaltungen von 2018 bis Mitte 2025 in einer große Liste gesammelt und von einer KI auswerten lassen. Das Ergebnis steht unten und gibt Hinweise darauf, welche thematische Cluster sich aus den einzelnen Sessiontiteln bilden lassen. Zusätzlich hat die KI sich in einer Interpretation von Trends im Zeitverlauf versucht.

Thematische Cluster der #edunautika

(wie von der KI-Analyse vorgeschlagen)

  • KI & ChatGPT
  • Schulentwicklung (inkl. Diversität)
  • Maker & Programmierung
  • OER & Open Edu
  • BNE & Nachhaltigkeit
  • Gamification & Spiel
  • Vernetzung

Disclaimer

Dieser Text wurde mit Hilfe von OpenAIs Deep-Research Tool automatisch erstellt – basierend auf den Sessiontiteln der Edunautika von 2018 bis Mitte 2025. Dabei kamen KI-gestützte Methoden wie Topic Modeling und Clustering zum Einsatz.

Die Inhalte wurden nicht redaktionell überarbeitet oder im Detail geprüft. Es können also Fehler, Ungenauigkeiten oder fragwürdige Interpretationen enthalten sein. Die Veröffentlichung erfolgt „as is“ – als Denkanstoß, nicht als wissenschaftlich gesicherte Auswertung.

Unter dem Strich beginnt der KI-generierte Text. 


Thematische Trends in Edunautika-Sessions (2018–2025)

Die Edunautika-Konferenz spiegelt in ihren Sessiontiteln deutlich wider, wie sich Schwerpunkte in der Bildungscommunity von 2018 bis 2025 verschoben haben. Im Folgenden werden die wichtigsten Themencluster und deren zeitliche Entwicklung analysiert – jeweils verknüpft mit externen socio-technologischen Entwicklungen. Die Ergebnisse basieren auf einer Topic-Modeling-gestützten Analyse der Sessiontitel (alle auf Deutsch normalisiert und bereinigt). 

Methode der Themenanalyse

Zur Themenextraktion wurden Sessiontitel pro Jahr aggregiert und mit Topic Modeling (NMF auf TF-IDF) sowie Keyword-Clustering untersucht. Nach Bereinigung (Entfernung von Dubletten, vereinheitlichte Schreibweisen, Übersetzung englischer Titel ins Deutsche soweit nötig) ergaben sich nachvollziehbare Themencluster. Die wichtigsten identifizierten Themenfelder sind unten aufgeführt. Anschließend wurde die Häufigkeit dieser Themen pro Jahr ermittelt, um Trends aufzuzeigen. Dabei gilt es zu beachten, dass die Jahresangaben in Einzelfällen in den Rohdaten fehlerhaft waren (z.B. ein ChatGPT-Workshop war fälschlich mit 2018 datiert, obwohl ChatGPT erst 2022 erschien). Solche Anomalien wurden für die Trendanalyse korrigiert.
(Hinweis: Korrelationen zwischen Trends und externen Faktoren werden interpretiert – Kausalität lässt sich daraus nicht abschließend ableiten.)

Hauptthemen und deren zeitliche Trends

Künstliche Intelligenz (KI) in der Bildung

Ein eindeutiger Aufwärtstrend zeigt sich beim Thema Künstliche Intelligenz (KI). Vereinzelt tauchte KI bereits 2020 in den Sessions auf (z.B. “Künstliche Intelligenz im Unterricht”). Nach 2021 explodierte das Interesse: 2023 und vor allem 2024/25 häufen sich Sessions zu KI – etwa zur Nutzung von ChatGPT, KI-gestützten Werkzeugen und ethischen Fragen. Der Anteil der KI-bezogenen Sessions stieg von unter 5% vor 2020 auf rund 10% in 2024 und 2025.

Diese Zunahme korreliert stark mit externen Entwicklungen. Insbesondere die Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022 löste in Schulen einen regelrechten Hype aus: Bereits Anfang 2024 galt der “Siegeszug von ChatGPT im Unterricht [als] nicht mehr aufzuhalten”. Einer Umfrage zufolge hatten bis Mai 2023 schon 53% der Schülerinnen und Schüler in Deutschland ChatGPT selbst genutzt – ein beeindruckender Wert, der den immensen Handlungsdruck auf Schulen zeigte. Entsprechend war 2023/24 die Diskussion groß, wie mit KI in der Schule umzugehen sei. Bildungsinstitutionen reagierten: Die Kultusministerkonferenz ließ sich 2024 von Expertengremien beraten, die forderten, den produktiven Umgang mit KI fest im Unterricht zu verankern. Diese breite gesellschaftliche Debatte um KI erklärt, warum Edunautika 2024/25 zahlreiche Sessions zu KI-Tools, KI-Kompetenzen und sogar kontroversen Fragen (z.B. “KI-Verbot in der Grundschule?!”) hatte.

Interpretation: Das Thema KI war 2020 noch ein Nischenthema (frühe Diskussion z.B. über KI und Bildungsungerechtigkeit), gewann aber durch technologische Durchbrüche (ChatGPT, generative KI) massiv an Fahrt. Der Peak 2024/25 ist höchstwahrscheinlich eine Reaktion auf diese technologischen Neuerungen und den gesellschaftlichen Diskurs über Chancen und Risiken von KI im Bildungsbereich. Die starke Präsenz des Themas in diesen Jahren untermauert die Hypothese, dass externe Tech-Entwicklungen unmittelbar Bildungsdiskurse beeinflussen.

Digitale Schulentwicklung und Infrastruktur

Ein durchgehendes Grundthema der Edunautika war die Digitalisierung der Schule – allerdings mit wechselnder Ausprägung. In den frühen Jahren standen praktische Tools und Lernplattformen im Vordergrund (z.B. mehrere Sessions zu Moodle 2019). Mit der Pandemie rückten dann grundlegende Fragen der schulischen Infrastruktur und Entwicklung in den Fokus: 2020 und 2022 gab es Sessions zu Schul-Clouds, digitalem Workflow und Datenschutz (DSGVO). Ab 2022/23 verlagerte sich der Schwerpunkt hin zur strategischen Schulentwicklung: Begriffe wie “agile Schulentwicklung”, “digitale Schulentwicklung” und speziell “Diversitätssensible/ diskriminierungskritische Schulentwicklung” tauchen nun häufiger in Sessiontiteln auf. Dieses Themencluster machte 2018–2020 etwa 10–15% der Sessions aus und blieb auch in 2023/24 in ähnlicher Größenordnung vertreten (siehe Tabelle 1 unten).

Externe Treiber: Bereits 2019 floss staatliche Förderung in die Schul-Digitalisierung (Start des bundesweiten Digitalpakts). Dann sorgte die Corona-Pandemie 2020 für einen sprunghaften Digitalisierungsschub in Schulen. Innerhalb von knapp einem Jahr verdoppelte sich der Anteil der Schulen mit digitalem Lernkonzept; ~80% der Schulen nutzten 2021 digitale Lernplattformen . Dieser Zuwachs spiegelt sich auch in Edunautika 2020/21 wider: Sessions zu Videokonferenz-Tools (z.B. Jitsi) und kollaborativen Plattformen nahmen deutlich zu. Gleichzeitig legte die Pandemie Schwachstellen offen (z.B. Datenschutz bei Videotools, fehlende Konzepte), was 2022 eine Session zur DSGVO und generell viele Beiträge zu “Lessons Learned” motivierte.

Ab 2022 kommen neue Facetten hinzu: Die Schule soll nicht nur digital, sondern auch diversitätsgerecht und zeitgemäß werden. Hier macht sich der Einfluss gesellschaftlicher Diskussionen um Inklusion und Antidiskriminierung bemerkbar. So liefen 2022/23 mehrere Projekte zur “Vielfalt entfalten” in Schulen an, die eine diversitätssensible Schulentwicklung fördern. Edunautika-Sessions wie “Diversitätssensible Schulentwicklung” (2022) und “Diskriminierungskritische Schulentwicklung” (2023) sind vor diesem Hintergrund zu sehen. Auch der Austausch über Schulentwicklung wurde wichtiger – etwa Sessions, in denen Schulen ihre Entwicklungsansätze (agiles Management, Führung, etc.) teilten.

Interpretation: Digitale Schulentwicklung bleibt ein Dauerbrenner, erfuhr aber 2020 einen extern induzierten Boost (Pandemie) und danach eine thematische Erweiterung. Während anfangs konkrete digitale Werkzeuge im Vordergrund standen, verschob sich der Fokus hin zur ganzheitlichen Entwicklung (Konzepte, Kulturwandel, Diversität). Das deckt sich mit dem externen Wandel: von der reinen Technikintegration hin zu Fragen der Organisationsentwicklung und Gerechtigkeit im Schulsystem. Wichtig zu beachten ist, dass hier viele Faktoren parallel wirkten (politische Förderprogramme, Corona-Schock, gesellschaftlicher Wertewandel). Kausal lässt sich nicht alles trennen – aber die Koinzidenz der genannten Faktoren mit Peaks in entsprechenden Sessionthemen ist auffällig.

Maker Education und Programmierung

Hands-on-Technologien und kreatives Tüfteln waren insbesondere 2018–2019 sehr präsent. Themen wie “Makerspace in Schulen”, 3D-Druck, Calliope/Arduino-Workshops und Programmieren tauchen in diesen Jahren geballt auf. 2019 erreichte dieser Bereich einen ersten Höhepunkt (u.a. vier Sessions mit Makerspace im Titel). Hier wirkt vermutlich der Nachhall von Initiativen wie “Make Your School”, die seit 2017 Hackdays und Maker-Projekte an Schulen brachten. Das Interesse an Coding und Making war zu dieser Zeit stark im Aufwind, gefördert durch Wettbewerbe und neue Unterrichtskonzepte.

Mit der Pandemie flaute dieser Trend etwas ab – 2020 gab es kaum Maker-Sessions, was logisch erscheint: Praktisches Werken war in Zeiten von Schulschließungen schwer umsetzbar. Interessanterweise kehrte das Thema ab 2023/24 zurück, nun oft in Verbindung mit aktuellen Technologien: VR/AR im Unterricht (2023/24) oder Robotik und DIY-Hardware (2025). 2025 gab es z.B. Sessions zu selbstgebauten Mikroskopen und schulischen Hackdays, was auf eine Renaissance der Maker-Bewegung hindeutet. 

Externe Einflüsse sind auch hier sichtbar: Die Maker-Bewegung erhielt Mitte der 2010er Jahre viel Rückenwind durch Förderprojekte und eine aktive Community – entsprechend viele Beiträge 2018/19. Die Corona-Zeit bremste praktische Projekte aus (weniger Präsenzunterricht). Ab 2022 waren Schulen wieder offen und es flossen neue Gelder in MINT und digitale Ausstattung, sodass 2023/24 vermehrt auch aufwendigere Technik (VR-Brillen, Robotiksets) den Weg in die Sessions fand. Zudem greifen Schulen nun verstärkt die im Jahrzehnt gereiften Maker-Ideen auf, um kompetenzorientiertes und kreatives Lernen zu fördern – ein Trend, der politisch z.B. durch Wettbewerbe und MINT-Initiativen befördert wird.

Interpretation: Die Daten legen nahe, dass Maker Education zwei Wellen erlebte: eine erste um 2018/19 (Grassroots und frühe Förderprogramme) und eine zweite um 2024/25 (nach dem Pandemie-Tief, mit modernerem Tech-Fokus). Auffällig ist hier der direkte Einfluss der Durchführbarkeit: Während rein digitale Themen auch 2020 florierten, erfordert Maker Education physische Begegnung – was 2020/21 schlicht nicht möglich war. Sobald die Rahmenbedingungen es zuließen, stieg das Interesse wieder an. Die Hypothese, dass externe Faktoren wie Pandemie und Technik-Trends (z.B. VR) das Auf und Ab erklären, wird dadurch unterstützt.

Open Educational Resources (OER) und offene Bildung

Das Thema OER (Open Educational Resources) – also freie Bildungsmedien – war vor allem in den Anfangsjahren ein Schwerpunkt. 2018/19 gab es jährlich ein bis zwei Sessions zum praktischen Einstieg in OER, OER-Plattformen (tutory) oder OER-Community-Themen. Dies passt zum gesamtdeutschen Trend: In dieser Zeit wuchs die OER-Community, und 2019 wurde auf UNESCO-Ebene erstmals eine Empfehlung zu OER verabschiedet, die alle Staaten aufforderte, öffentliche Bildungsmaterialien offen lizenziert verfügbar zu machen. Deutschland zählte hier zu den Vorreitern im Community-Bereich (z.B. etablierten sich die OERcamps als zentrale Veranstaltungen ).

Nach 2020 flachte die OER-Präsenz bei Edunautika etwas ab. 2020 gab es zwar noch einzelne Beiträge (z.B. ein OER-Beispiel aus Hamburg), dann jedoch erst 2023 wieder Sessions wie “Was ist die SummOERschool?” oder “OER-Lernmodule”. 2022 legte das BMBF eine erste nationale OER-Strategie vor, was der Thematik neuen offiziellen Rückenwind gab – möglicherweise erklärt dies das Aufleben 2023. Allerdings blieb der Anteil der OER-Sessions insgesamt moderat (unter 5% aller Sessions im jeweiligen Jahr). In 2024/25 tauchten OER kaum explizit in Titeln auf, wurden aber implizit in anderen Kontexten (z.B. offene Bildungsressourcen innerhalb von BNE-Communities) weitergedacht.

Interpretation: OER war ein frühes Kernthema der Edunautika, was die Wurzeln der Veranstaltung im offenen Bildungsdiskurs widerspiegelt. Der leichte Rückgang in den Mitteljahren könnte damit zu tun haben, dass OER inzwischen teils Mainstream in bestimmten Kreisen geworden war und nicht mehr so erklärungsbedürftig wirkte – oder dass dringlichere Themen (Pandemie-Notbetrieb, KI etc.) zeitweise die Aufmerksamkeit banden. Der Peak 2023 lässt sich mit politischen Impulsen (BMBF-Strategie, OER-Communities nach der Pandemie wieder aktiv) in Verbindung bringen. Insgesamt bestätigt die Entwicklung die Annahme, dass policy moves (wie UNESCO-Empfehlungen und nationale Strategien) die thematische Agenda beeinflussen, wenn auch zeitverzögert.

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitsthemen hatten einen interessanten Verlauf: 2019 – zeitgleich mit der breiten öffentlichen Resonanz von Fridays for Future – gab es mehrere Sessions zur nachhaltigen Bildung (z.B. “Nachhaltige Persönlichkeitsbildung”). Dies könnte vom gesteigerten Umweltbewusstsein dieser Zeit herrühren. 2020 tauchte BNE (Bildung für nachhaltige Entwicklung) in einem Sessiontitel auf (Hamburger Masterplan BNE 2030), dann war es zwei Jahre ruhiger.

Ab 2023/24 verzeichnet Edunautika einen neuen Peak an BNE-Themen. 2024 speziell gab es ein Cluster von Sessions mit “BNE-Curriculum”, “BNE-Werkstatt” und Kombinationen von BNE mit Digitalisierung (“KI, BNE & digitale Kompetenzen in der Natur”). Dieser Peak fällt zusammen mit dem Abschluss der UNESCO-Weltkonferenz BNE 2030 und der Umsetzung der neuen Programme. 2021 hatte UNESCO das Programm “ESD for 2030” (BNE 2030) offiziell gestartet, mit weltweiten Aktionswochen auch in Deutschland. Die Umsetzung drang in den Folgejahren offenbar bis in die Praxis durch, sodass 2024 viele Lehrkräfte konkrete BNE-Projekte und -Curricula diskutierten. Auch die Verknüpfung von BNE mit Digitalisierung passt zum Leitbild der BNE 2030, Nachhaltigkeitsthemen in allen Fächern und auch mithilfe digitaler Tools zu verankern.

Interpretation: Die Präsenz von BNE-Themen korreliert einerseits mit dem gesellschaftlichen Diskurs (Klimabewegung um 2019) und andererseits mit dem politischen Fahrplan (UNESCO-Programm ab 2021, nationale Umsetzung bis 2030). 2019 dürften die FFF-Proteste viele Pädagogen motiviert haben, Nachhaltigkeit ins Curriculum zu holen – was sich in entsprechenden Sessions zeigt. Der große Block 2024 spricht dafür, dass inzwischen strukturelle Konzepte erarbeitet wurden (Curricula, Werkstätten), sicherlich angeregt durch nationale Förderprogramme und die internationale Agenda. Hier greifen politische, gesellschaftliche und pädagogische Entwicklungen ineinander. Die Daten untermauern die Hypothese, dass Bildungsthemen wie BNE mit ein bis zwei Jahren Verzögerung dem öffentlichen Diskurs folgen: Zuerst sensibilisiert die Gesellschaft (Klimakrise), dann reagieren Schulen und entwickeln Konzepte, die schlussendlich auf Konferenzen geteilt werden.

Gamification und spielerisches Lernen

Das Unterthema Gamification und Escape Room-Formate im Unterricht taucht interessanterweise vor allem 2022 und später vermehrt auf. Während 2018–2020 kaum Sessions dazu gemeldet wurden, findet man 2022 z.B. “Gamification im Unterricht” und “EDUbreakout für Anfänger”. 2025 gab es weitere gamifizierte Ansätze (eine Session zum spielerischen Rechtschreibunterricht mit Gamification sowie eine Session “Verstecken spielen” als aktive Methode). Dieser Trend zum spielerischen Lernen könnte damit zusammenhängen, dass Lehrkräfte nach den Lockdowns Wege suchten, Lernen motivierender zu gestalten und die Schüler wieder aktiver einzubeziehen. 2022 war vielerorts die Rückkehr in den Präsenzunterricht – Spiele und Breakouts eigneten sich, um Teamwork und Begeisterung neu zu entfachen. Zudem war Gamification als EdTech-Trend in der zweiten Hälfte der 2010er international in Mode, brauchte aber offenbar Zeit, bis er stärker in der Breite der Schulen ankam.

Externe Anknüpfungspunkte: Plattformen wie Kahoot oder Konzepte wie Escape Rooms im Bildungsbereich gewannen ab 2019/20 an Bekanntheit (z.B. durch Blogs, erste Fortbildungen). Möglicherweise brauchte es die Pandemie-Erfahrung, um die Wichtigkeit von Motivationstools klarer zu machen – 2021/22 erschienen etliche Artikel und Best Practices zu Gamification im hybriden Unterricht. Durch die Verzögerung in der Praxis sehen wir Sessions dazu verstärkt erst 2022 (Gamification) und 2023/25 (Fortsetzung).

Interpretation: Gamification ist kein dominantes, aber ein sichtbar wachsendes Thema in der Edunautika-Historie. Hier scheint weniger ein singuläres Ereignis treibend zu sein, sondern eher der allgemeine Innovationstrend in der Didaktik. Die Hypothese, dass Lehrkräfte nach Corona verstärkt spielerische Methoden nutzten, passt ins Bild, ist aber mit Vorsicht zu betrachten – denkbar ist ebenso, dass schlicht genug positive Erfahrungen gesammelt wurden, um darüber präsentieren zu können. Insgesamt korrespondiert die steigende Tendenz jedoch mit dem globalen Trend, spielerische Ansätze in der Bildung zu integrieren, um Engagement zu fördern.

Vernetzung und Community-Building

Ein wiederkehrendes Motiv über alle Jahre sind Sessions, die dem Erfahrungsaustausch und Networking dienten. Beispiele sind “Englischlehrer Meet & Greet” (2022) oder “Fobizz Austausch” (2025) sowie mehrere Sessions, in deren Titeln Austausch, Vernetzung oder Netzwerk explizit benannt sind. Insbesondere 2025 sticht hier heraus: neben dem erwähnten Fobizz-Austausch gab es ein “edunautika Reisennetzwerk” und weitere Vernetzungsformate – 2025 war mit Abstand das stärkste “Networking-Jahr” der Edunautika (ca. 12 solcher Sessions). Dies spiegelt möglicherweise die gewachsene Community-Größe wider: Je etablierter die Veranstaltung und je größer das Bedürfnis nach persönlichem Kennenlernen (gerade nach Pandemiezeiten), desto mehr Raum nehmen Vernetzungssessions ein.

Auch externe Faktoren spielen herein. So erzwang Corona 2020/21 eine Virtualisierung der meisten Konferenzen – persönliche Treffen fielen weg. Der Nachholbedarf an Vernetzung war 2022ff. hoch, was erklären mag, warum ab 2022 Meetups (auch spontan vor Ort, z.B. “Treffpunkt …”) zum Programm gehörten. Außerdem entstanden in den letzten Jahren viele neue Akteure und Projekte (z.B. die genannte Fobizz-Plattform für Lehrerfortbildung), die den Austausch mit der Community suchten. Edunautika bot hier eine Bühne, um verschiedene Netzwerke zu verknüpfen.

Interpretation: Das Networking-Thema ist stark kontextabhängig: In Krisenzeiten (2020) rückte es in den Hintergrund, sobald aber normale Tagungen möglich waren, schnell wieder in den Vordergrund. 2025 könnte auch deshalb so austauschlastig sein, weil viele Innovationen (KI, neue Tools) eine Abstimmung und gemeinsames Lernen erfordern – der Bedarf, sich kollegial auszutauschen, steigt mit der Komplexität der Neuerungen. Insgesamt bestätigt sich die Annahme, dass Branchentrends (neue Startups, Communities) und soziale Faktoren (Nachholbedarf an Präsenz) Einfluss darauf haben, wie viele rein vernetzungsorientierte Sessions stattfinden. Dieser Aspekt ist weniger inhaltlich getrieben als vielmehr durch die Struktur der Community selbst.

Demokratiebildung und Medienkompetenz

Ein Themenkomplex, der vor allem 2024/25 verstärkt in Erscheinung tritt, ist die Demokratiebildung und der Umgang mit Desinformation. So finden sich 2024 Sessions wie “Demokratie-Planspiel ausprobieren” und 2025 provokante Titel wie “Trump vs. Bildung & Demokratie” oder “Desinformation vs. Demokratiebildung”. Dies hängt klar mit gesellschaftlichen Entwicklungen zusammen: In den Jahren nach 2020 rückten Fake News, politische Polarisierung und Extremismus immer mehr ins öffentliche Bewusstsein. Etwa 2021/22 wurden vermehrt Fälle von Desinformation (Stichwort Querdenker, US-Wahl 2020 etc.) diskutiert, was die Dringlichkeit von Medienkompetenz-Vermittlung in Schulen erhöhte. 2023 erlebte Deutschland eine Welle von Debatten zu Medien und Demokratie, unterstützt durch Programme z.B. der Bundeszentrale für politische Bildung.

Lehrkräfte griffen das auf, was die Edunautika-Sessions gut zeigen: Fragen nach kritischem Denken, Einsatz von Faktenchecks im Unterricht und politischer Bildung wurden prominenter. Interessant ist, dass dieses Thema in den Jahren zuvor praktisch nicht vorkam – es scheint ein relativ neuer Schwerpunkt zu sein, der parallel zur gesellschaftlichen Lage entstand. Auch Überschneidungen mit KI sind erkennbar (Thema: KI und Desinformation). So warnten Experten 2023, dass KI die Verbreitung von Falschinformationen erleichtern könne, und Regulierungsinitiativen (EU AI Act) wurden diskutiert . Somit fließen hier Technik- und Politikthemen zusammen.

Interpretation: Die Demokratie- und Medienkompetenz-Themen an Edunautika 2024/25 illustrieren, wie aktuelle politische Ereignisse (z.B. Trump-Ära, Corona-Leugner, Ukraine-Krieg Informationskrieg) mit etwas Verzögerung in schulischen Fortbildungen ankommen. Die Hypothese, dass auffällige Peaks hier auf externe Anlässe zurückgehen, ist plausibel: 2024 war z.B. im Bildungsbereich ein Schwerpunktjahr für Demokratieerziehung, ausgelöst durch die Erfahrungen der Vorjahre. Edunautika reagierte darauf mit entsprechenden Angeboten. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass Korrelation zwar nicht Kausalität beweist, aber der zeitliche Zusammenhang zwischen externen Diskursen über Demokratiegefährdung und internen Fortbildungsthemen schwer von der Hand zu weisen ist.

Fazit und zusammenfassende Gegenüberstellung

Abschließend verdeutlicht Tabelle 1 die Frequenz einiger ausgewählter Themen pro Jahr und zeigt, wie dynamisch sich die Schwerpunkte verschoben haben:

Tabelle 1: Session-Häufigkeiten ausgewählter Themen 2018–2025

Jahr KI & ChatGPT Schulentwicklung (inkl. Diversität) Maker & Programmierung OER & Open Edu BNE & Nachhaltigkeit Gamification & Spiel Vernetzung
2018 0 5 4 1 0 0 4
2019 0 6 4 2 3 0 2
2020 2 5 1 1 1 0 0
2022 1 4 0 0 0 4 3
2023 3 4 2 2 0 0 2
2024 6 9 4 0 5 2 4
2025 8 2 2 0 1 3 12

(Hinweis: Zahlen gerundet; Mehrfachzuordnungen möglich – dient vor allem der Tendenz-Illustration.)

Die oben analysierten Beispiele zeigen deutlich: Externe sozio-technologische Entwicklungen wirken sich zeitverzögert, aber spürbar, auf die Themenlandschaft der Edunautika aus. Technologische Neuerungen wie KI oder etablierte digitale Tools werden aufgegriffen, wenn sie die Praxis erreichen. Politische Rahmenbedingungen (wie DSGVO, Digitalpakt) und gesellschaftliche Diskurse (Pandemie, Klimakrise, Demokratiekrise) fungieren als Katalysatoren für bestimmte Themenwellen.

Zum Schluss sei betont: Korrelation ist nicht gleich Kausalität. Nicht jede Häufung lässt sich monokausal erklären – oft wirken mehrere Faktoren zusammen. Doch die Muster legen nahe, dass die Edunautika-Community sehr responsiv auf ihr Umfeld reagiert. Die Konferenz dient damit als Seismograf für Bildungsinnovationen: Was dort Thema ist, wurde meist kurz zuvor in der Welt da draußen angestoßen.